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  • Motivation im Projekt

    Peter Rohde

    Motivation braucht ein Motiv

    Motivation ClownfischHaben Sie sich morgens schon mal gefragt: “Warum gehe ich zu meiner Arbeit ?”
    Sie haben mit Sicherheit mehrere Motive gefunden und eines davon, vermute ich, wird Geld gewesen sein.

    Wobei, grundsätzlich gesehen, niemand ausschließlich bzw. nur bis zu einem gewissen Grade für Geld arbeitet– es geht immer um vieles mehr – es geht um die Motivation besser die intrinsische Motivation, also die Eigenmotivation.
    Diese bildet die Grundlage für das Aufstehen am Morgen, für den alltäglichen Kampf mit den Verkehrsmitteln sowie die Lust an der Arbeit.

    In der Eigenmotivation finden wir die Ursache für das Wie und Wofür wir arbeiten, sowie auch  für genau den Arbeitsplatz, an dem wir uns befinden.

    Auch wenn es Wirkung zeigt, dass Fremdmotivationen wie Belobigungen, wertschätzende Kommunikation, Mitbestimmungsrecht oder Bonuszahlungen einen Motivationsschub auslösen – es basiert alles darauf, dass eine Eigenmotivation ausgelöst wird.

    Der zu motivierende Mitarbeiter muss seinem Vorgesetzten / seiner Firma das Recht geben, ihn zu motivieren – dies erfolgt normalerweise nicht verbal sondern rein emotional. Außerdem muss die Fremd-Motivation seine Bedürfnisse treffen.

    Im Umkehrschluss heißt das, Sie können immer davon ausgehen, dass die Projektmitarbeiter ihre Arbeit aus einem eigenmotivatorischen Anteil verrichten und genau in dem Maße, wie es diesem Anteil entspricht.

    Ein sehr reizvoller Ansatz, finde ich. Eigentlich braucht sich die Leitung eines Projektes nicht um die Motivation der Mitarbeiter kümmern – sondern nur den geeigneten Rahmen bereitstellen aus Mitteln, Aufgaben, Zielen und Vorgehensweisen sowie den Kommunikationsfluss unterstützen.

     

    De-Motivation hat ein Motiv

    Aber was funktioniert nicht, wenn ein Projekt nicht zum Erfolg kommt?

    Genau in diesem Satz liegt schon die Lösung – es funktioniert etwas nicht.
    Projekte leiden nicht an zu wenig Motivation sondern an zu viel Demotivation also die Eigen-Motivation geht zurück – schlimmer, es wird zerstörerische Motivation daraus.

    Zerstörerische Motivation will auf das „Leid“ hinweisen, dass zugefügt wurde – es werden Zusammenarbeiten – subtil – aufgekündigt und Projektgruppen in Lager gespalten. Diese Projekte leiden unter Stress und schlechter Stimmung – es wird gerne hinter der Hand geredet und die persönlichen Befindlichkeiten stehen im Vordergrund.

    Wenn wir davon ausgehen, dass der Mitarbeiter grundsätzlich an der Lösung seiner Aufgaben interessiert ist und damit von sich aus die Motivation einbringt, sind es die aktuellen Umgebungsvariablen oder Altlasten, die ihn davon abhalten seine Aufgaben motiviert zu erledigen.
    Altlasten sollen hier nicht unser Thema sein, aber die Umgebungsvariablen.

    Wieso zieht also bei dem Einen eine strukturierte Arbeitsanweisung so sehr, dass er sich selber gut motivieren kann  und bei dem Anderen führt sie zu einem Lastanstieg und Demotivation?
    Eine Grundlage ist der Persönlichkeitstyp, der die Präferenz also Vorlieben für sein Arbeits-Verhalten und damit auch für seine Motivationen widerspiegelt.

     

    TMS-RadPersönlichkeitstypen

    Bin ich also ein “analytischer Typ”, der sich bei seinen Entscheidungen gerne auf  eindeutige Fakten bezieht, habe ich auch eine groĂźe Motivation, mir diese Fakten zu beschaffen und zu analysieren – dagegen braucht der “Bauch-Entscheider” einen emotionalen Bezug und sieht die Faktenlage eher als ein beigeordnetes Hilfsmittel.

    Jede Persönlichkeit hat einen anderen Schwerpunkt oder Augenmerk in seiner Arbeit und daraus ergibt sich auch dessen Aufmerksamkeit und Erfolgsgedanke.

    Machen Sie eine Probe – stellen Sie einen “Bauch-Entscheider” vor die Aufgabe vorab eine detaillierte Analyse vorzunehmen. Es kann eine völlig sinnvolle Aufgabe sein und trotzdem wird sich Ihr Proband schwer tun bzw. seine Aufgabe als erledigt betrachten, wenn er genĂĽgend Grundlagen fĂĽr eine „Bauch-Entscheidung“ hat.

    Ich selber arbeite mit dem Team-Management-Profil um Persönlichkeitstypen zu analysieren und Teamentwicklung oder Persönlichkeitsentwicklung zu unterstützen.
    TMP wurde in den 1980ziger Jahren u.a. bei Quantas Airlines erstmalig eingesetzt um die Teams in den Flugzeugen zielgerichtet zusammenzustellen.

    Kurz erläutert, das Team-Management-Profil arbeitet mit 8 grundsätzlichen Persönlichkeitstypen, die im Detail nochmals in zwei Untertypen aufgeteilt werden.

     

    Auf die richtige Motivations-Ansprache kommt es an

    Die 8 TMP-Typen spiegeln die Arbeitspräferenzen wieder und bilden für mich somit auch die Basis für die „Motivations-Ansprache“. Wie oben schon gesagt, kann eine strukturierte Arbeitsanweisung bei den Mitarbeitern unterschiedlichste Reaktionen hervorrufen.
    Kennt jetzt jeder sein Rollenverhalten und kennt auch die Projektleitung dieses, ist es ein Leichtes, über mögliche Konsequenzen ins Gespräch zu kommen.

    Motivationen werden eigentlich nie bewusst angegriffen oder zerstört sondern immer aus der Unwissenheit heraus, dass das Vorgehensmodell des Gegenübers nicht bekannt ist bzw. nicht nachvollzogen werden kann.

    Wie zum Beispiel in einem Meeting einem introvertierten Mitarbeiter mit einem Mal der Kragen platzt mit dem Ausspruch – “vernĂĽnftige Vorschläge werden hier ja nie angenommen”. Dieser Mitarbeiter war evtl. immer “zu leise” mit seinen Ideen – er ist einfach introvertiert – und andere haben sich mit “lautem Vorgehen” Gehör verschafft und ihn damit unbeabsichtigt demotiviert.

    Eine Projektleitung, die dauerhaft erfolgreich sein möchte, ist gut beraten, wenn sie sich ein Verständnis für Persönlichkeitstypen aneignet und jeden Typ wertfrei als Potential für das Projekt sehen kann.

    Im übertragenen Sinne – in jeder Programmiersprache gibt es x Befehle, die zur Lösung eines Problems beitragen können aber ich muss wissen wie sie arbeiten um sie sinnvoll einzusetzen.

     

    Informationen
    Weitere Informationen finden Sie unter: pritcon – Team-Management-Profil

    1 Comment

One Response to “Motivation im Projekt”

  1. schöner artikel! die sache mit den persönlichkeitstypen halte ich für recht wichtig. jeder sollte für sich selbst herausfinden, was für ein typ er ist und wie er seine arbeit am besten und mit gegebenen mitteln meistern kann.

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